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Kampen

Wer Kampen hört, denkt an: Teure Autos, große Häuser und goldene Rolex. Die meisten zumindest. Die Richtung ist an sich auch gar nicht so verkehrt. Dass sich hier wirklich Reiche und Scheinreiche tummeln ist ein alter Fisch. Ob das Statussymbol bar bezahlt wurde oder der Kredit grade dabei ist betreffender Person schlaflose Nächte zu bereiten,  bleibt offen. Kampen auf seine, tatsächlich vorhandene, Millionärsdichte zu beschränken ist dann aber doch zu einfach. Ein bisschen wie im Restaurant nach dem Hors d'œuvre froid nach Hause zu gehen.  Denn,  obwohl Kampen so unzertrennlich mit den “Schönen und Reichen” verbunden ist, gibt es einfach mehr zu sehen als die gerne genannten Porsche 911 / Cayenne und Mercedes - Benz Cabrios.

Zu den gerne gewählten Motiven für das Urlaubsalbum zählt das ehemalige Quermarkfeuer der Leuchtturm “Rotes Kliff”. 1912 wurde das markante Leuchtfeuer mit seinen acht Ecken und 11.5 Meter Höhe erbaut und blieb bis 1975 in Betrieb. Der Architekt muss sich was bei seinem Entwurf gedacht haben. Perfekt schmiegt sich der Leuchtturm in die Dünenlandschaft. Da ist er auch nicht mehr weg zu denken. Nach der Außerbetriebnahme wusste keiner so recht etwas mit dem Klinkerbau anzufangen. Also kaufte ihn die Gemeinde Kampen 1976, um ihn als Wahrzeichen zu erhalten. Um den Leuchtturm zu erreichen, fahren Sie in Kampen von der Hauptstraße (Richtung List) links in die Kurhausstraße ein und dann entweder den Riperstieg rechts einbiegen und bis zum Parkplatz vorfahren oder einfach geradeaus weiter, parken und ein wenig länger das Rote Kliff entlang laufen. Zu empfehlen ist bei freien Stellplätzen letzteres. Von beiden Parkplätzen aus gesehen liegt der Leuchtturm rechts. 

Außer des Quermarkfeuers steht in Kampen noch der “Lange Christian”. Im Gegensatz zu seinem Sozius ist er allerdings höher, älter und vor allem noch in Betrieb. Dafür aber mit seinen schwarz - weißen Streifen nicht so hübsch anzusehen. 1853 erteilte der dänische König Friedrich VII den Auftrag zum Bau des 38 Meter hohen Leuchtfeuers. Seltsam mag der Name des Turms erscheinen. “Langer Christian” ist eine Hamburger Erfindung. So nämlich nannte Heinz Klevenow vom Thalia - Theater den Turm, weil für ihn alle Dänenkönige “Christian” heißen. Dabei ist es dann geblieben. Nicht geblieben ist die Seefahrerromantik. Wie alle anderen sylter Leuchtfeuer auch, wird der Lange Christian nicht mehr vom Leuchtturmwärter betreut, sondern über eine Funkschaltuhr in Koblenz ferngesteuert. Während eines Spazierganges in der “Braderuper Heide” (siehe Wenningstedt) ist der Leuchtturm untrüglicher Orientierungspunkt  und Fotomotiv zugleich.

Das an der Wasserkante entlang verlaufende Rote Kliff (siehe Wenningstedt), flacht hier in Kampen langsam aus. Hier steht das Haus Kliffende, eines der bekanntesten Sylter Bauwerke. 1923 wurde es vom Ehepaar Tiedemann erbaut und danach bis 1955 als Gästehaus geführt. Berühmtheiten wie Thomas Mann oder Emil Nolde hat das Ehepaar beherbergt. Clara Tiedemann, Ehefrau vom Schriftsteller Heinrich Tiedemann, trägt somit den Titel der ersten “Prominentenwirtin” auf der Insel. 1955 kaufte die Deutsche Bank das Haus mit dem unverbaulichen Ausblick auf die weite Nordsee und unterhielt es als Ferienhaus für ihre Angestellten. 1998 wurde das Anwesen an Privatleute verkauft.  Durch seine Nähe zur Bruchkante läuft das Haus seit jeher, ohne die Befestigung der Kliffkante, Gefahr  abzustürzen. Viel wurde schon investiert, um genau das zu verhindern.

Ebenfalls am Roten Kliff befindet sich die “Uwe Düne”, mit 52.5 Metern über Null die höchste Erhebung auf Sylt. Über eine Holztreppe kommen Sie hinauf zur Spitze, von wo Sie einen wunderbaren Rundumblick genießen. Die Düne wurde nach dem Sylter Uwe Jens Lornsen (1793 - 1838) benannt, der als Kämpfer für die Schleswig - Holsteinische Unabhängigkeit bekannt ist.

Ebenso wie Wenningstedt, hat auch Kampen einige traumhafte Spazierwege an der Ostseite der Insel. Hier im ruhigen Wattenmeer scheint die Zeit beinahe still zu stehen. Ein Naturerlebnis, dass Sie nicht verpassen sollten. Neben den erfrischenden Spaziergängen durch die Landschaft der Ostseite, bietet Kampen auch Wattwanderungen an. Termine durch die Gezeiten täglich neu. Bitte beim Tourismus - Service erfragen.

Bekannt ist auch der Strönwai, die sogenannte Whisky- meile. Die ist recht einzigartig auf Sylt. Hier bekommen Sie auf wenigen Metern alles, was Ihrer Frau das Herz höher schlagen lässt: Schuhe, Schmuck und Taschen von namenhaften Designern. Natürlich ist auch etwas für den Herren dabei. Das alles präsentiert in wirklich schönen Reetdachhäusern. Dazu gibt’s hier Bars und Restaurants, die nachts das Leben auf der Insel bestimmen. Das Klientel passt zu den Einzelstücken in den Schaufenstern. Auf den Parkplätzen das dafür typische Bild. Richtung List finden Sie der Strönwai auf der linken Seite, eine Einfahrt vor der Kurhausstraße. 

Wenn Sie einen Spaziergang durch Kampen und seine Umgebung unternehmen, sollten Sie auf die Reet- dachhäuser achten. Viele Meisterleistungen architek- tonischer Baukunst sind hier zu finden. Anders gesagt, hier finden Sie Häuser, vor denen Sie erstmal staunend stehen bleiben, so schön sind sie. Dieses Bild zieht sich bis nach List durch. Überall geht’s noch ein wenig individueller, höher, auffallender.

Ebenfalls sehenswert ist die Kampener Vogelkoje, eine Nachbildung der erstnen auf Sylt angelegte Entenfanganlage aus dem Jahre 1767. Ein interessant gestalteter  Naturlehrpfad führt Sie durch das Gelände. Die Vogelkoje finden Sie auf der Lister Straße. Informationen unter Tel. 04651 / 87 10 77.

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